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Arbeitsgruppe Prof Mensching, Institut für Romanische Philologie Luftaufnahme der Silberlaube
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Sardisch: Geschichte, Struktur und multimediale Präsentation

An diesem Projekt arbeiten die Mitarbeiterinnen Lucia Grimaldi und Eva Remberger

Ziel dieses Projektes, das seit 15. April 2000 am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin angesiedelt ist, ist die Erforschung verschiedener Teilbereiche des Sardischen, z.B. Syntax, Morphologie, Lexikon, Phraseologie, Historische Grammatik und Orthographie/Normierung. Zusätzlich zu herkömmlichen Forschungsmethoden und -instrumenten wird auf moderne Informationstechnologien zurückgegriffen. Zu diesem Zweck wurden in den Jahren 1994-99 am Institut für Sprachliche Informationsverarbeitung der Universität zu Köln – ebenfalls unter der Leitung von Guido Mensching – Web-Seiten zur sardischen Sprache und Kultur (Limba e Curtura de sa Sardigna) erstellt, die im Rahmen dieses Projektes an der FU Berlin fortgeführt und erweitert werden. Dabei werden folgende Ziele verfolgt:

  1. Kommunikation: Nach Einschätzung der UNESCO gehört das Sardische zu den vom Aussterben bedrohten Sprachen (vgl. Unesco Red Book on Endangered Languages. Dieser Umstand ist unter anderem der Tatsache zuzuschreiben, dass das Sardische vorwiegend in mündlichen Kontexten verwendet, ansonsten aber das Italienische meistens bevorzugt wird. Dieser Entwicklung entgegenzuwirken setzt sich seit Januar 1999 die Mailing-Liste sa-Limba zum Ziel, in der auf Sardisch über die sardische Sprache, aber auch über politische, historische und kulturelle Fragen rund um Sardinien diskutiert wird. Durch die Verwendung des Sardischen jenseits von dialektalen Grenzen und in der schriftlichen Kommunikation kann sein Anwendungsbereich erweitert werden. Somit fördert sa-Limba die Kommunikation in sardischer Sprache nicht nur im Internet, sondern auch außerhalb. Eine noch schnellere und direktere Kommunikation ist mit dem Sardisch-Chat (Tzarra) möglich.
  2. Dokumentation: Neben einer mit Online-Unterstützung sardischer Muttersprachler zusammengestellten Sammlung sardischer Texte (Sardinian Text Database) bilden die seit 1999 gespeicherten Mails von sa-Limba sowie das Archiv des öffentlichen Chatrooms ein Korpus des aktuellen Sardisch, das aufgrund des konzeptionell eher mündlichen Charakters dieser Texttypen für die Sprachwissenschaft von unschätzbarem Wert ist. Um das dabei entstehende Korpus für eine linguistische Analyse zugänglich zu machen, ist eine maschinelle Kodierung nach Vorgaben der Text Encoding Initiative geplant. Um dieses Korpus für eine linguistische Analyse zugänglich zu machen, ist eine Kodierung nach Vorgaben der Text Encoding Initiative geplant. Als Kodierungssprache soll XML dienen.
  3. Information: Die Bündelung aller im Internet verfügbaren Informationen über das Sardische durch Hyperlinks und das Angebot linguistischer Informationen in systematisierter Form sollen unser Internet-Portal zum Angelpunkt für Informationen zum Thema Sardisch werden lassen. Unter anderem ist in diesem Bereich eine fortlaufende Aktualisierung der Daten sowie eine benutzerfreundlichere Präsentation der Seiten geplant. Auch sollen nur in deutsch oder englisch vorliegende Projektseiten ins Sardische übersetzt werden. Mit Hilfe von selbst erstellten Abfragetools (z.B. Online-Bibliographie - in Vorbereitung -, interaktives Wörterbuch, Konkordanz für sardische Wörter) soll auch eine zielgerichtete Informationssuche ermöglicht werden. Außerdem sollen die im Internet geknüpften Kontakte zu verwandten Einrichtungen zu einem Kooperationsnetzwerk zur Förderung der sardischen Sprache und Kultur ausgebaut werden.
  4. Linguistische Auswertung: Erste Ergebnisse wurden bereits in verschiedenen Vorträgen der Projektmitglieder präsentiert und sind über die Web-Seite des Projektes abrufbar. Sobald die Kodierung des vorliegenden Korpus hinreichend vorangetrieben sein wird, sollen die Studien zu syntaktischen, morphologischen und lexikalischen Aspekten des Sardischen intensiviert werden. Durch die Einbindung interaktiver Programme sollen systematische Befragungen von Muttersprachlern zu speziellen linguistischen Themen ermöglicht werden.

Projektseiten

Online- und Multimedia-Publikationen

Publikationen

Vorträge

April 1989 Mensching, G. "Presentazione del libro Einführung in die Sardische Sprache", Köln, Istituto Italiano di Cultura, Convegno sul tema "Sardegna: lingua, cultura e società".
Juni 1994 Mensching, G. "Problemi di sintassi sarda", Köln, Istituto Italiano di Cultura, Secondo convegno sul tema "Sardegna: lingua, cultura e società".
April 1996 Mensching, G. "How to write a Sardinian Grammar?", Universität Amsterdam, First Meeting of the Sardinian Language Group.
Mai 1997 Mensching, G. "Il sardo su Internet: stato attuale e prospettive", Cagliari, Congresso "La Lingua Sarda: l'identità socioculturale della Sardegna nel prossimo milennio".
Okt. 1998 Mensching, G. "Estructuras interrogativas en sardo: análisis minimalista", Universität Innsbruck, Tagung "Fragen über Fragen".
Nov. 2000 Mensching, G. "The internet as a rescue tool of endangered languages: Sardinian". San Sebastian, "Multimedia and Minority Languages International Congress".
Juni 2001 Grimaldi, L./Remberger, E. (2001) "The Promotion of the Sardinian Language and Culture via the Internet: Fields of Activity and Perspectives ". University of Bath, Workshop: "Minority Languages in Europe: Frameworks – Status – Prospects. A Pan-European, Comparative, Multidisciplinary Approach".
November-Dezember 2001 "Su Sardu: Limba de Sardinna e Limba de Europa". Internationaler Kongress in sardischer und italienischer Sprache anlässlich des Europäischen Jahres der Sprachen 2001. Berlin, Freie Universität Berlin und Circolo Sardo di Berlino e.V.
Mai 2002 Grimaldi, L.: "Il sardo su internet. L’esperienza con il sito ‘Limba e cultura de sa Sardigna’". Centmilfueis, Incuintris spetacui events di culture furlane, Comune di Udine, Italien.
Juni 2002 Mensching, G./Remberger, E.: "Diachronie und Synchronie europäischer Regionalsprachigkeit im Vergleich: Sardisch". Symposium "Diachronie und Synchronie europäischer Regionalsprachlichkeit im Vergleich" im Internationalen Wissenschaftsforum der Universität Heidelberg.
August 2002 Grimaldi, L./Mensching, G.: "Multilingualism in Sardinian toponymy" und "The development of toponyms in Sardinia". Eighth United Nations Conference on the Standardization of Geographical Names, Berlin. Topical exhibition